Wer bin ich? Ich bin Merle …

Das Leben ist wie eine Zugfahrt, mit all den Haltestellen, Umwegen und Unglücken. Wir steigen ein, treffen unsere Eltern und denken, dass sie immer mit uns reisen. Aber an irgendeiner Haltestelle werden sie aussteigen und wir müssen unsere Reise ohne sie fortsetzen. Doch es werden viele Passagiere in den Zug kommen: unsere Geschwister, Cousins, Freunde, sogar die Liebe unseres Lebens.
Viele werden aussteigen und eine große Leere hinterlassen. Bei anderen werden wir gar nicht merken, dass sie nicht mehr da sind. Es ist eine Reise voller Freuden, Leid, Begrüßungen und Abschied.
Der Erfolg besteht darin: zu jedem eine gute Beziehung zu haben. Das große Rätsel ist: wir wissen nie, an welcher Haltestelle wir aussteigen müssen. Deshalb müssen wir leben, lieben, verzeihen und immer das Beste geben.

Als Tochter meiner Eltern wurde ich auf den Tag genau an meinem Geburtstag geboren. Ich kam schon mit 6 Jahren in die Schule und wurde bereits mit 18 volljährig. Ich kann lesen und schreiben, und zwar von links nach rechts. Mein Tag hat 24 Stunden, von denen jede einzelne 60 Minuten hat. Ich habe auf der rechten Seite nur einen Arm, Haare über den Augen, Beine bis auf den Boden, an einer Hand vier Finger und einen Daumen. Ich bin von weitem sehr entfernt. Beim Schlafen mach ich die Augen zu. Während viele nicht schlafen können, wenn sie Kaffee getrunken haben, ist es bei genau anders herum – wenn ich schlafe, kann ich keinen Kaffee trinken.

Ja, wer bin ich? : Ich bin Merle und wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich eine junge, hübsche und bestimmt auch attraktive Frau. Aber das sind ja nur Äußerlichkeiten.

Wer bin ich also tief in meinem Inneren?

Ich bin nicht gern allein, aber ich kann gut mit mir allein sein.

Ich betrachte die Welt gern aus der Sicht der anderen und bilde mir doch gern eine eigene Meinung über die Dinge, die so passieren.

Ich bin zuverlässig, spontan, pünktlich, ehrgeizig, aber auch faul, an manchen Tagen melancholisch.

Ich sehe die Dinge, wie sie sind und versuche allem etwas positives ab zu gewinnen. Für mich ist ein Glas halbvoll, der Tag noch lange nicht zu Ende, die Nacht gerade erst am Anfang.

Ich gehe gern arbeiten, habe den schönsten Job der Welt. Hab gern aber auch Urlaub, vertrödel die Zeit mit sinnlosen Dingen, bin auch gern mal spießig.

Ich bin Mutter aus Leidenschaft, sorge mich um kleine und große Dinge.

Ich repariere kleine Sachen und plane meine eigenen Ziele.

Ich hasse Abhängigkeiten, festgesetzte Zeiten und Tätigkeiten, obwohl ich genauso Struktur in meinem Leben brauche.

Ich bin kontinuierlich, tanze aber gern auch mal aus der Reihe.

Ich liebe es mich zu verkleiden und ein Anderer zu sein. Doch bin ich gern auch ich selbst.

Ich bin gern in der Natur. mache lange Spaziergänge und hänge meinen Gedanken nach.

Ich bin ein Buch mit sieben Siegeln, manchmal aber auch gut lesbar.

Ich spreche fließend Ironisch und Sarkastisch, kann auf diese Weise anderen Menschen sagen, was mir nicht passt, ohne sie persönlich an zu greifen.

Ich lache gern über mich selbst, aber selten über andere.

Stundenlang könnt ich wohl noch so weiter schreiben, wer ich bin. Doch eins steht fest: Auch ich bin manchmal auf der Suche nach mir oder nach Dingen, die ich mal wieder selbst vor mir versteckt habe.

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