2575_0-wandtattoo-spruch-kind Ich kann mit voller Stolz sagen: Ich habe zwei tolle Kinder. Jule und Max. Als wir mit Jule noch allein waren, hatte ich immer Sorge, ich könnte nicht dieselbe, große Liebe für ein zweites Kind empfinden. Oh doch, ich kann. Beide Kinder sind etwas besonderes, beide voller special effects. Heute aber geht es um Max, denn vor genau 8 Jahren hat er an diesem Tag das Licht der Welt erblickt, und ich hatte nicht mal einen Namen für ihn. Doch als in seine Augen blickte, wusste ich es sofort. Das ist mein Max.

Als Baby hat er mir das Leben nicht leicht gemacht, ständig nur gebrüllt. Viele würden jetzt sagen, das waren bestimmt die 3-Monats-Koliken, aber nein, die hätte er dann mit 3 Jahren noch haben müssen. Durch geschlafen hat er erst mit ca 2,5 Jahren, und auch nur, weil ich ihn damals dazu zwang. Nacht für Nacht hat er mich bis dahin auf Trapp gehalten, und ich versuchte ihn stets zu beruhigen, sollten doch wenigstens Jule und mein Nicht-Ehemann zu ihrem Schlaf kommen können.

Als er 10 Monate alt war, ging ich schon wieder in meinen Beruf zurück, also war ich, als er 2,5 Jahre alt war natürlich völlig fertig. Jede Nacht dasselbe Theater. Ich ging also zu meine Kinderärztin und bat sie um Hilfe: „Geben sie dem Kind irgendwas, ein Schlafmittel vielleicht, damit auch ich endlich mal Nachts zu Ruhe komme, ich kann nicht mehr.“ Sie:“Nein, wir machen Durchschlaftraining.“ was auf Deutsch heißt: Lassen die das Kind brüllen, das hört schon irgendwann auf. Ich? Ich soll meinen Max brüllen lassen? Nein. Auch das noch. Aber gesagt, getan, nach einer Woche schlief mein Kind durch, jede Nacht, und das bis heute. Brüllen tut er trotzdem viel, aber eben nicht mehr Nachts. Das eigentliche Geschrei hat dann aufgehört, als er das Sprechen lernte. Gott sei Dank. Man hat uns nämlich draußen nie gesehen, aber immer gehört. Heute sind es nur noch Wutanfälle, die ihn dann laut werden lassen.

Krabbeln konnte er, wie ein Weltmeister, laufen wurde völlig überbewertet. Doch mit 1,5 Jahren stand er dann einfach auf und ging los. Er fiel natürlich auch gleich wieder um, aber ich guckte nicht schlecht, hab ich doch wochenlang versucht, ihn auf die Beine zu stellen. Mit der Sauberkeitserziehung war das ähnlich. Ständig setzte ich ihn auf das Töpfchen. Töpfchen blieb leer, er durfte aufstehen, 2 Minuten später – Hose nass. Ich wurde wahnsinnig. Irgendwann sagte er dann: Mama, ich brauch keine Windel mehr, ich kann aufs Töpfchen gehen. Und so war es. Von da an funktionierte das. Auch hat er mit mit  nicht ganz einem Jahr zu verstehen gegeben, dass er den Nuckel nicht mehr will. Waaas? Keinen Nuckel mehr? – so war es, ich musste da durch. Wenn ich ihn beruhigen wollte, musste ich mir eben etwas anderes einfallen lassen.

In allem hatte er mir also immer sein Tempo aufgezeigt. Und so ist es heute noch. In der Schule Klasse 1: Die Subtraktion. Ich habe gefühlte 100mal versucht, sie ihm beizubringen. Irgendwann konnte er sie einfach, aber nicht, wie die Lehrerin oder ich es versucht haben, ihm zu zeigen. Nein, er hatte seinen eigenen Weg gefunden, und nun klappte das. Mittlerweile gebe ich ihm die Zeit, die er braucht. Im Hausaufgabenheft steht dann oft: Hier nochmal üben! Klar, übe ich dann auch mit ihm, aber im Grunde weiß ich, er braucht nur ein bisschen Zeit mehr, und dann klappt das schon. 

Alltägliche Floskeln nimmt mein Sohn auch gern schon mal wörtlich. Wenn er also seinen Namen in eine Geburtstagskarte schreiben soll, und ich ihn eigentlich nur darauf hinweise, dass dieser groß geschrieben werden soll ( er schreibt nämlich gern Verben am Anfang groß und Substantive klein) dann muss man damit rechnen, dass sein Name gaaaaaanz groß in dieser Karte steht.

Und so war gestern der Tag, der schon sooo aufregend war, weil er ja nun heute Geburtstag hat, dass ich Angst hatte, er würde mich vielleicht schon des Nachts aus meinen Träumen reißen: „Hurra, Mama, ich hab Geburtstag. Kann ich meine Geschenke auspacken?“. Also habe ich ihm sein erstes Geschenk gestern Abend ans Bett gestellt, es war ein per Post, als Geburtstagsgeschenk eingepacktes, versendetes Päckchen. Ich sagte, wenn er dann am Morgen wach wird, darf er es gleich auspacken. Ich stand also vorhin auf. Und er hatte das Päckchen auch ausgepackt, aber eben nur vom Geschenkpapier befreit. Den Karton aber nicht geöffnet. Mein kleiner Schatz, von öffnen hatte ich nichts gesagt. Oh man. Und er war doch schon soooo aufgeregt. 😀

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